Unsere Verantwortung
Was wir konkret tun, was wir daraus gelernt haben und was wir noch verändern wollen.
Das gehört für uns dazu: hinschauen, ausprobieren, messen und weiterlernen.
Aus Verantwortung entstanden
Unser Betrieb ist aus dem Gedanken und Herzenswunsch entstanden, einen Beitrag dazu zu leisten, natürliche Kreisläufe zu stärken und Nährstoffe und Ressourcen sinnvoll im Kreislauf zu halten.
Es begann mit der Frage, wie sich Gülle so behandeln lässt, dass sie weniger stinkt, Nährstoffe nicht größtenteils ins Grundwasser ausgewaschen werden, sondern im Kreislauf bleiben und für ausreichend Wachstum sorgen. Gleichzeitig sollte die Gülle in einer Dosierung und Qualität ausgebracht werden können, die für den Landwirt und sein Grünland möglichst viel Nutzen bringt.
Verantwortung hat für uns viel mit Bewusstsein zu tun. Seit 1994 setzen wir diesen Grundgedanken um. Wir entwickeln Produkte und Anwendungsmöglichkeiten, die unseren Kunden helfen, verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen – im Garten, in der Landwirtschaft und bei der Reinigung.
Unser Unternehmen ist in einer Zeit organisch gewachsen, in der Nachhaltigkeit und Klimawandel noch längst nicht die Themen waren, die sie heute sind. Für uns war es selbstverständlich, Produkte zu entwickeln, die für einen bewussteren Umgang mit Natur und Ressourcen stehen.
Verantwortung heißt, genauer hinzuschauen
Doch Verantwortung gehört für uns nicht nur zu einem guten Produkt. Sie beginnt auch bei den Menschen, die diese Produkte nutzen und sich Gedanken über ihren eigenen Umgang mit Ressourcen machen. Wir sind gemeinsam mit unseren Kunden gewachsen – und mit den Anforderungen, die an uns gestellt wurden.
Dadurch sind auch wir immer genauer und kritischer geworden: bei unseren Produkten, unseren Verpackungen, unseren Lieferanten und bei der Frage, wie wir selbst als Unternehmen arbeiten.
Heute schauen wir genauer hin. Wir versuchen, Auswirkungen messbar zu machen, wo das möglich ist, und wollen auch dort ehrlich sein, wo uns noch Zahlen oder belastbare Antworten fehlen.
Das gehört für uns zu verantwortungsvollem Handeln: hinschauen, ausprobieren, messen und weiterlernen.
Unser Weg
Die Frage, was wir mit unserer Arbeit bewirken, war für uns immer eine Antriebsfeder. Daraus hat sich im Laufe der Jahre eines aus dem anderen entwickelt. Manche Entscheidungen waren für uns selbstverständlich, andere haben wir erst mit der Zeit hinterfragt und verändert.

Christoph Fischer arbeitet gemeinsam mit Landwirten aus der Region Rosenheim daran, Landwirtschaft als Kreislauf zu verstehen – mit Boden, Pflanzen, Tierhaltung und organischen Düngern. Das „Rosenheimer Projekt“ entsteht.

Die EM-Festa auf der Fraueninsel bringt mehrere tausend Gäste und internationale Referenten zusammen. Gleichzeitig entsteht aus einer landwirtschaftlichen Arbeitsgruppe die Initiative „Zivilcourage“ gegen Agro-Gentechnik.

Die „EM-Tage“ bringen internationale Referenten zu EM, regenerativer
Landwirtschaft und Nachhaltigkeit zusammen.
Gleichzeitig findet die von Christoph Fischer und anderen
„Zivilcouraglern“ organisierte Veranstaltung mit Vandana Shiva
in Rosenheim mit rund 4.000 Teilnehmenden statt.

Christian Felber ist bei den EM-Tagen zu Gast. Seine Gedanken über eine Wirtschaft, bei der nicht nur Wachstum und Gewinn zählen, beschäftigen uns nachhaltig.

Wir entscheiden uns für die Gemeinwohl-Bilanzierung. Seitdem beschäftigen wir uns regelmäßig damit, wie soziale und ökologische Aspekte in unsere Unternehmensentscheidungen einfließen.

Wir greifen das Thema Agro-Gentechnik erneut auf: Eine Veranstaltung zu CRISPR/Cas bringt rund 600 Besucher zusammen.

Wir messen genauer, hinterfragen bestehende Abläufe und suchen weiter nach Möglichkeiten, Dinge sinnvoll zu verändern. Nicht, weil wir glauben, schon alles richtig zu machen, sondern weil sich auch unsere Fragen weiterentwickeln.
Eine Idee, die bei uns in den Alltag gekommen ist: die Gemeinwohl-Ökonomie
2013 war Christian Felber bei den EM-Tagen zu Gast. Seine Idee einer Wirtschaft, bei der nicht nur Wachstum und Gewinn zählen, hat uns beschäftigt.
Auch unsere eigene Produktgeschichte hat uns immer wieder mit der Frage konfrontiert: Warum werden Produkte hergestellt und verkauft, obwohl ihre Herstellung oder Entsorgung große Mengen an Ressourcen verbrauchen oder schädliche Auswirkungen haben kann? Warum werden solche Auswirkungen nicht stärker berücksichtigt? Und warum sind solche Produkte im Verkauf teilweise günstiger als vergleichbare Produkte, die mit Rohstoffen und Herstellungsverfahren arbeiten, bei denen ein bewussterer Umgang mit Ressourcen im Mittelpunkt steht.
Die Gemeinwohl-Ökonomie beschäftigt sich mit ähnlichen Fragen. Diese Gedanken haben uns angesprochen.
2017 haben wir uns entschieden, sie mit der Gemeinwohl-Bilanzierung konkret in unser Unternehmen zu holen.


Dabei geht es für uns nicht nur um eine Bilanz oder ein Testat. Die Auseinandersetzung hat ganz praktische Fragen aufgeworfen:
- Wie wählen wir Lieferanten aus?
- Welche Kriterien spielen beim Einkauf eine Rolle?
- Wie können Mitarbeitende stärker eingebunden werden?
- Wo können wir Arbeitsplätze ergonomischer gestalten?
- Welche Veränderungen bei Produkten und Verpackungen sind sinnvoll?
Daraus sind unter anderem Lieferantenbefragungen, ein Wertekodex, soziale und ökologische Kriterien im Einkauf, Veränderungen bei Verpackungen und mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Mitarbeitende entstanden.
Für uns ist die Gemeinwohl-Ökonomie deshalb vor allem ein Werkzeug, mit dem wir unser eigenes Handeln immer wieder hinterfragen.
Menschen gehören dazu
Die Menschen, die in einem Unternehmen arbeiten, prägen seinen Alltag und seine Entwicklung ganz wesentlich.
Wir haben das Glück, dass uns einige unserer Mitarbeitenden seit Jahrzehnten begleiten. Sie kennen unseren Betrieb, seine Entwicklung und unsere Produkte und bringen diese Erfahrung jeden Tag ein.
Auch mit Produkten zu arbeiten, hinter denen wir selbst einen Sinn sehen, ist für uns etwas Besonderes. Doch sinnvolle Arbeit allein macht noch kein gutes Miteinander aus. Wertschätzung, Zufriedenheit und ein gutes Zusammenwirken sind für uns genauso wichtig.
Deshalb schauen wir auch ganz konkret darauf, was den Arbeitsalltag erleichtern kann: höhenverstellbare Schreibtische, Schulungen, eine jährliche osteopathische Behandlung für jeden Mitarbeitenden, ergonomische Verbesserungen an der Packstraße oder eine Vakuum-Hebehilfe, die das Tragen schwerer Lasten reduziert.
Genauso wichtig ist uns, dass Mitarbeitende ihre Perspektiven und Ideen einbringen können – bei Arbeitsabläufen, in Abteilungen, bei Arbeitszeit oder Urlaubsplanung. Regelmäßige Mitarbeitendenumfragen geben uns Rückmeldung darüber, was gut läuft und wo wir genauer hinschauen sollten.
Verpackungen hinterfragen
Verpackungen sind ein gutes Beispiel dafür, dass Veränderungen oft Schritt für Schritt entstehen. Wir probieren verschiedene Lösungen aus und stellen dort um, wo es für unsere Produkte und Abläufe sinnvoll ist.
43%
weniger Emissionen
5-Liter-Kanister vs. 5-Liter-Bag-in-Box
481
Nachfüllungen 2025
an unserer Nachfüllstation
100%
recycelter Kunststoff
bei unseren verwendeten Flaschenkörpern
7,68t
Kunststoff rechnerisch eingespart
durch rund 120.000 Pappdosen
Die Daten stammen aus unserem Warenwirtschaftssystem und ergeben sich aus den folgenden Nachfüllungen:
- 1 L Mikrorein131 x
- 1 L EM-blond109 x
- 1 L EM-Spüli84 x
- 1 L EM-aktiv83 x
- 5 L EM-aktiv52 x
- 5 L EM-blond13 x
- 5 L Mikrorein9 x
Insgesamt 481 Nachfüllungen im Jahr 2025
Das gilt für unsere Flaschenkörper in den Größen 1 Liter, 200 ml und 500 ml.
Seit der Umstellung Ende 2020 haben wir bis Ende August 2026 bereits rund 120.000 Pappdosen eingesetzt. Im Vergleich zu den zuvor verwendeten Kunststoffdosen entspricht das rechnerisch einer Einsparung von rund 7,68 Tonnen Kunststoff.
Grundlage ist ein durchschnittliches Kunststoffgewicht von 64 g je zuvor verwendeter Dose.

Unsere Verpackungen entwickeln sich weiter
Seit 2019 bestehen unsere 1-Liter-Flaschen zu 100 % aus recyceltem Kunststoff. Später kamen recycelte 200-ml- und 500-ml-Flaschen hinzu. Die passenden Deckel gibt es bislang nur aus neuem Kunststoff.
Nicht jede Lösung ist perfekt
Seit Ende 2020 ersetzen wir kleine Kunststoffdosen durch Pappdosen. Sie sind weniger stabil und führen deshalb immer wieder zu Reklamationen. Trotzdem haben wir uns für diese Lösung entschieden.
Solche Zahlen helfen uns, genauer hinzuschauen: Was verändert sich tatsächlich – und welchen Unterschied macht eine Entscheidung?
Unsere CO₂-Bilanz
Wir wollen nicht nur darüber sprechen. Wir wollen wissen, wo wir stehen.
Seit mehreren Jahren erfassen wir unsere betrieblichen Emissionen. Für 2025 weist unsere Bilanz insgesamt 1.496,92 Tonnen CO₂e aus. 2023 waren es 2.170,38 Tonnen CO₂e.
1.496,92 Tonnen
CO₂e im Jahr2025
Vergleichswert 2023: 2.170,38 t CO₂e
Zur Methodik Schließen
- Bilanzierungsjahr
- Geschäftsjahr 2025
- Scopes
- Scope 1 (Brennstoffe, Fuhrpark, Kältemittel), Scope 2 (Strom), Scope 3 (Einkauf, Anlagegüter, Vorgelagerte Energie, Transporte, Abfälle, Dienstreisen, Pendeln, Nachgelagerte Transporte, End-Of-Life verkaufter Produkte)
- Berechnungsmethode
- GHG Protocol, standortbasiert
- Aktivitätsdaten
- z.B. kWh Erdgas, L Benzin, kWh Strom, kg eingekaufte Rohstoffe, Transportkilometer tkm, m3 Abfall
- Emissionsfaktoren
- ecoinvent 3.8, ecoinvent 3.12, DESNZ, Umweltbundesamt (Deutschland), Exiobase 3.11, EUROSTAT, "Cornell Hotel Sustainability Benchmarking", Statistisches Bundesamt (Mobilität in Deutschland 2023)
- Datenqualität
- Primärdaten und Schätzungen, angenommene Fehlerquote: 4%
Externe fachliche Unterstützung und Plausibilitätsprüfung durch zukunftswerk
96%
unserer bilanzierten Emissionen entfallen auf Scope 3
Interessant wird die Zahl vor allem dann, wenn man genauer hinschaut: 96 % unserer bilanzierten Emissionen entfallen auf Scope 3. Davon sind alleine 79,5% der Gesamtemissionen auf unseren Einkauf zurückzuführen. Dazu gehören unter anderem eingekaufte Rohstoffe, Elektronik, Verpackungsmaterialien, Papier und Drucksachen.
Das zeigt uns deutlich, wo wir genauer hinschauen müssen. Denn wenn ein großer Teil der Emissionen mit dem Einkauf zusammenhängt, reicht es nicht, nur den eigenen Fuhrpark oder die Beleuchtung im Gebäude zu betrachten.
Die Bilanz ist deshalb für uns weniger eine Erfolgszahl als eine Orientierung: Wo liegen die großen Hebel?
Ressourcen im Alltag
Verantwortung zeigt sich für uns auch in vielen kleinen Entscheidungen im täglichen Betrieb. Wir schauen darauf, was wir im Alltag verändern und wo wir Ressourcen sinnvoller nutzen können.
-
Bioabfälle im Kreislauf
- Bioabfälle
- Bokashi
- Garten
Unsere Bioabfälle werden zu Bokashi fermentiert und anschließend in unserem Garten wieder in den Kreislauf zurückgeführt.
-
Papier & Kartonagen
- Sammeln
- Pressen
- Recycling
Papier und Kartonagen sammeln wir getrennt, pressen sie und führen sie dem Recycling zu.
-
Restmüll
1Tonne
Restmülltonne, alle zwei Wochen geleert
Bei rund 50 Mitarbeitenden vor Ort haben wir heute nur noch eine Restmülltonne, die alle zwei Wochen geleert wird.
-
Ökostrom
100%
Ökostrom
Wir beziehen 100 % Ökostrom von LichtBlick.
-
Ökologischer Landbau
87%
unserer selbst hergestellten Produkte
Rund 87 % unserer selbst hergestellten Produkte für Boden, Pflanzen und Fütterung sind für den ökologischen Landbau gelistet.
-
Ökologischer Gartenbau
72%
unserer Produkte für Boden, Pflanzen und Düngung
Rund 72 % unserer Produkte für Boden, Pflanzen und Düngung sind für den ökologischen Gartenbau gelistet.
Warum nicht jedes Produkt gelistet ist
Viele unserer Produkte für Boden und Pflanzen sind für den Einsatz im ökologischen Gartenbau gelistet. Bei anderen Produkten haben wir uns bewusst gegen eine Listung entschieden. Eine FiBL-Listung ist mit Aufwand und Kosten verbunden. Deshalb wägen wir ab: Wo ist eine Listung sinnvoll und wo steht der Aufwand in keinem guten Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen?
Wir wollen nicht einfach möglichst viele Siegel sammeln. Wir wollen Entscheidungen treffen, die für unsere Produkte, unsere Kunden und unseren Betrieb sinnvoll sind.
Was bleibt, wenn sich alles weiterentwickelt?
Ein Betrieb ist immer in Entwicklung. Neue Produkte kommen hinzu, Mitarbeitende verändern sich, Anforderungen verändern sich und auch die Gesellschaft entwickelt sich weiter. Was dabei stabil bleiben sollte, ist die Ausrichtung – die Philosophie oder, wenn man so will, die Seele eines Betriebes.
Von Anfang an war uns wichtig, Natur und Ressourcen bei unserer Arbeit mitzudenken und nach Möglichkeiten zu suchen, Dinge sinnvoll weiterzuentwickeln. Unser Anspruch war und ist, sinnvolle Verbesserungen für das Leben zu entwickeln – mit Produkten und Anwendungsmöglichkeiten, aber auch durch Bewusstseinsbildung und die Weitergabe von Wissen
Deshalb sind Beratung und Wissensvermittlung für uns ein wichtiges Bindeglied zu unseren Kund:innen. Wir pflegen einen Blog mit vielen hundert Beiträgen, erstellen Videos und bieten Seminare und Webinare an. Wir wollen zeigen, wie unsere Produkte funktionieren, wie sie richtig angewendet werden und welche Zusammenhänge dahinterstehen.
Auch in Zukunft wird sich unser Betrieb weiterentwickeln. Eine besondere Veränderung steht dabei bereits bevor: Wir werden den Betrieb verantwortungsvoll an die nächste Generation übergeben.